Donnerstag, 20. September 2007
Hoehenluft
Hallo treue Lesergemeinde,

es ist nun punkt 0:00, ich bin eigentlich hundemuede, aber es ist mal wieder ein update noetig hier! Die letzten tage hatten wir sehr viel action und einige Weg-Kilometer... Ich schreib hier mal ueber die hard facts der letzten Tage:

Die Cotopaxi-Tour letzten Freitag mit Isabella und Markus war ein super Ding - auch weil wir einen wirklich netten Fuehrer hatten, der uns auf die ziemlich unberuehrte Cotopaxi-Suedseite fuehrte. (Von Nord kommen sehr viele Touristen auf den wohl bekanntesten Vulkan Ecuadors – dem hoechsten noch activen Vulkan der Erde) Wir kamen eben knapp auf die 5000m, da geht einem schon leicht die Luft aus. Wind und Nebel kamen noch dazu. Der “Gipfel” des Cotopaxi hat stolze 5897m und ist schneebedeckt - macht wirklich ne gute Figur hier in der Andenlandschaft. Waehrend der Tour haben wohl alle ziemliche Lust bekommen doch noch bis zum Kraterrand zu hiken, doch stattdessen ging es wieder nach Latacunga in unser Hotel Cotopaxi.



Dort kamen wir aber nicht wirklich zur Ruhe – Viva Latacunga! Das fiesta “Mama Negra” begann an diesem Abend und wir kamen in den Genuss von fulminanter ecuadorianischer Musikeinlagen plus Stromausfall, grossartigen Feuerwerken (die auch mal nich wirklich in die Hoehe stiegen und in mitten der Leute explodierten) und einer Flasche eines gelben, wundersamen Festschnapses, den ich und Markus doch gleich tilgen mussten. Das die Nachtruhe nicht wirklich eingehalten wurde, is eh klar.

Dann wieder in den Bus und wieder rauf auf 3500m zu unseren kleinen Bergdoerfern.. (haben da ja alles liegen und stehen gelassen) Laura war auf dieser Fahrt fast zum kotzen… (Es erwischt immer jemanden anderen) Deswegen steiegen wir gleich frueher aus und wanderten ein Stueck um diiie Attraktion der Gegend: die Laguna Quilotoa. Ein See inmitten eines Vulkankraters. Ein schoener Rundwanderweg der so ca. 4h dauert und sich so auf 4000m befindet.



Und da wir an dem besagten Nachmittag nur ein Viertel der Rundwanderung schafften, fuhren wir am naechsten Tag nochmal rauf und holten dies nach. Doch das war uns noch nicht genug, deswegen wanderten wir anschliessend noch runter ins Tal in unser kleines, verschlafenes Chugchiglan zu unserer Herberge “Cloud Forest”. Eine unwahrscheinlich schoene Wanderung: Beginnnend am Vulkankrater, vorbei kleinen Berghuetten und Doerfern, klaeffenden Hunden, alten spanischen Haciendas, runter in eine 300m Schlucht… und dann natuerlich wieder rauf.. Also wieder mal fast 10h untewegs. Aber Hammer.. Runderherum immer dieses Andenpanorama.



Das genossen wir am naechsten Tag auch sehr, als wir zu Pferd die Gegend beritten. (Was an den folgenden Tagen ziemlich schmerzte..) Es gab eine Sennerei und einen Urwald zu besichtigen. - In Letzterem wuchsen faszinierende Pflanzen, Fruechte und Heilkreuter mit denen man alles moegliche kurieren kann. Aber Reiten ist ein harter Sport…

Dann wieder runter nach Latacunga und gleich in einen Bus, der uns ein Stueckchen in den Norden brachte: die neue Herberge heisst “Papagayo”, ein sehr freundliches Hostal ein paar Kilometer suedlich von Machachi – ich hoff das kann man wieder im Google Earth finden ;) Machachi hat zwar nur 8000 Einwohner, hat aber ein super Restaurant, das wir gleich ausfindig gemacht haben!

Und heute unternahmen wir unsere Wanderung auf den “El Corazon”. Der Camioneta-Fahrer (sowas wie ein Taxi, nur fuers Gelaende) hat uns aber leider ein wenig falsch ausgesetzt, sodass wir ein wenig laenger brauchten als erwartet. Dann noch schlechte Sicht am Gipfel und zudem spuerten wir die Hoehe heute sehr stark (man kann die Geschichten von Messner und Habeler ploetlich immer besser verstehen, auch wenn wir erst auf knappen 5000m unterwegs waren… So drehten wir 100m vor dem Gipfel wieder um, eine reife Alpinisten-Entscheidung?! Die 30 Minuten, die es beim “Tal-Hatscher” laenger hell war, kamen uns auf jeden Fall sehr recht.

Ja und so spannt sich wieder der Bogen zu mir im Hostal sitzend. Schlafen waer wahrscheinlich eh wieder schwierig: die Managerin hier hat grad irgndeinen Grund zum feiern und sorgt fuer eine lautstarke Beschallung des gesamten Gebaeudes… lg berni

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...jaja, reife Alpinisten! Gratuliere zu eurer Vernunft!
..Höhenluft kann die Besttrainierten (oder besonders jene) fertigmachen und im Zweifelsfall: HINUNTER! Habt ihr auch Kopfweh? Tatsache ist auch, wenn man irgendwie angeschlagen ist, vervielfachen sich die Beschwerden in der Höhe und es resultiert eine wesentlich größere Schwäche und kleinere Reserve als in "normaler Höhe". Alles schon erlebt, Alois mußte mit abklingender Lungenentzündung über einen Paß (>5000m) gehen bei klirrender Kälte (Abmarsch noch in der Nacht), es ging, alle passten gut auf und das Tempo war weniger als Zeitlupe. Ja,man wird sehr langsam da oben, nur nicht mit dem Schnaufen. Machachi ist ja schon nahe zu Quito..kommt ihr auch nach Vilcabamba?
Machts gut, ihr beide! Wir harren eurer Worte! LG, Mama resp. Sabine!

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