Dienstag, 25. September 2007
Mitte der Welt
holzbauer, 21:12h

Dort wo sich der Sueden vom Norden trennt, die Wasserstrudlrichtung sich weder fuer clockwise noch fuer anticlockwise entscheiden koennen, Eier leicht auf Naegeln zu stehen scheinen, dort, oder eigentlich ein bisschen davon entfernt, wurde ein Dorf errichtet, in dem man viel ueber, aber nicht viel von der ecuadorinischen Gesellschaft erfaehrt.
Mitad del Mundo, die Mitte der Welt, befindet sich auf dem Laengengrad 0. Oder eigentlich 200m daneben, denn die Franzosen haben sich leider etwas vermessen und ihr Denkmal mitsamt des Aequatorlinienstreifens an die falsche Stelle gesetzt.

Dort waren wir am 23. September - hierzulande Fruehlingsbeginn, an dem die Sonne zu Mittag exakt senkrecht steht (das tut sie naemlich nur hier und das 2x im Jahr!!!)

Am richtigen Punkt 0 gibt es ein anderes Museum mit vielen Nachgebauten Huetten verschiedener in diesem Land lebender Staemme. Auch wenn die Lebensweisen die praesentiert werden wahrscheinlich nicht so wirklich existent sind, ist es unglaublich wieviele verschiedene Kulturen in solch einem kleinen Land leben.
Danach gings an die Experimente.
Nr1: Wasserstrudl
Eine Wanne mit Wasser, in dem kleine Blaettchen schwimmen: auf der Aequatorlinie rinnt das Wasser senkrecht nach unten. 1 m links und rechts davon machts einen (jeweils in die andere Richtung rinnenden) Strudl! WIRKLICH!
Nr2: Aufdaliniegehn
Mit geschlossenen Augen auf der Aequatorlinie gehen. Da schwankt man ordentlich hin und her. Unglaublich
Nr3: Ei
Aufgrund der ERdanziehungskraft ist es ganz einfach ein ein senkrecht auf einem Nagelkopf stehen zu lassen. Hab ich wirklich ausprobiert!
Nr4: Resistenz
Auf der Linie ist man nicht so stark....
Zusammengepresste Daumen und Zeigefinger lassen sich leichter von einer anderen Person oeffnen als 1 m daneben.
Eine weitere Sehenswuerdigkeit in Quito - eine Seilbahn auf 4200m und ein Vergnuegungspark... waren eher unspektakulaer.

Dafuer ist unser Leben hier umso netter. Das Hostal Secret Garden ist ein Backpackermekka mit bunten Zimmern, Zeichnungen an den Waenden und einer genialen Dachterasse, auf der man nach 2 Cuba libre duesselig grinsend die (dann auf einmal) schwankende Stadt betrachten kann und Geschichten ueber mehrjaehrige Reisen und anarchistische Ideen anderer Hostalbewohner lauscht.
Enjoy...
laura
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